Sicher ist die Werbung bekannt:
Ein Tarzan steht im Dschungel, will seine Tiere zu Hilfe rufen und bekommt keinen Ton raus. Dann ertönt eine Stimme, die sagt:
"Wenn die Stimme versagt, nimm..." und dann wird der Name eines Hustenbonbons genannt. Und tatsächlich - mit Hilfe dieses Bonbons findet Tarzan seine Sprache wieder.
Nun bin ich weder Tarzan noch wohne ich im Dschungel... aber seit Samstagabend ist auch meine Stimme weg - einfach so. Ohne Vorwarnung.
Was es heißt, ohne Stimme und Sprache zu sein, kannst du dir sicher vorstellen - besonders in dieser lauten Welt, in der Viele verlernt haben zuzuhören und zu hören. Es geht oft darum: je lauter ich spreche, desto mehr hören auf mich und meine Ideen und Bedürfnisse. In so einem Miteinander hast du ohne Stimme eigentlich schon verloren.
ABER (wie ich dieses Wort mag ;)) im Moment fühle ich mich eigentlich eher wie ein Gewinner.
Ja - Ich kann nicht mitmachen mit all den lauten Menschen - ich kann im Moment niemanden mit meiner Stimme übertrumpfen, ich kann meine Meinung nicht rausposaunen und mein Gegenüber mit immer lauter werdender Stimme von dieser überzeugen wollen.
Ich kann nur einfach da sein - hören - zuhören und dann - in Ruhe - das flüstern, was mir aufgefallen ist. So wird aus dem lauten und schnellen Gerede ein ruhiges, aufmerksames Gespräch, das auch mein Gegenüber leiser und langsamer werden lässt. Spannend! Es muss nur einer anfangen leiser zu werden...
Es ist immer noch doof - so ohne Stimme - aber auch eine tolle Erfahrung.
Mit Lerneffekt? - Ich werde sehen ;)
