Freitag, 11. November 2016

loslassen

Gregor Meyle - ein Sänger, der mit seinen Liedern meine Seele berührt, schreibt in einem seiner Songs:
"Immer wenn du loslässt, läufst du Gefahr zu Bruch zu gehen, wenn du zu stark dran festhälst verlierst du zu schnell deine Kraft..."
Ich glaube es liegt in der Natur von uns Menschen, Dinge festhalten zu wollen, die uns gut tun... Den Moment einfrieren zu wollen, in dem wir wirklich glücklich waren.
Ganz ähnlich wie die Jünger, die Jesu e r k a n n t  haben. Die ihn bei der Verklärung in Gottes Licht gesehen haben - so wie er wirklich ist. Alles war klar und so einfach - aber es war nur ein Moment, der schnell wieder vorbei war. Und auch die Jünger mussten diesen Moment ziehen lassen - ihn loslassen.
Wenn du loslässt, läufst du Gefahr zu Bruch zu gehen - da ist schon echt was dran... Im freien Fall kann es sein, dass man die Haltegriffe verpasst oder sich der Fallschirm nicht öffnet und man erst einmal auf den Boden der Tatsachen aufprallt.
Aber auch das Festhalten - das  u n b e d i n g t alles so lassen, wie es gut war - funktioniert nicht lange. Da hat Gregor recht, wenn er singt, dass das unheimlich viel Kraft kostet...

Ich habe jetzt auch loslassen müssen - Mir kam der Alltag dazwischen und  das Gefühl mich geirrt zu haben.

Loslassen - den Moment gehen zu lassen, in dem alles klar und richtig und perfekt zu sein scheint - ist nicht einfach. Es ist ziemlich schmerzhaft und bringt Unsicherheit, was nun ist.
Das ging den Jüngern damals so - und mir heute.
Aber wer weiß - jeder Abschied birgt einen Neuanfang, bei dem ich dann vielleicht schlauer bin...